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Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer

Profitieren die Entwicklungsländer wirklich von der Globalisierung?

 

Denkt man an die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer, kommt einen zunächst der rasante Aufstieg Chinas, Indiens, Brasiliens und anderer Staaten in den Sinn. Doch die Frage bleibt, wieviel Anteile dieses Aufstiegs der Globalisierung geschuldet sind.

 

Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer:
Kann ein Land nur durch äußere Einflüsse wachsen?

Man stelle sich einmal vor, China sei das einzige Land auf unserem Planeten, rundherum gäbe es nur Wüsten und Meere. Wäre ein solches Land ohne jedwede Nachbarn und Einflüsse von außen zur Armut verdammt? Könnte es dort keinen Wohlstand geben, weil von außen ja keine "Wachstumsimpulse" greifen und keine neuen Märkte erschlossen werden könnten? Natürlich könnte auch in einer solchen Konstellation (ohne Welthandel) ein Land aufsteigen! Es kommt halt nur darauf an, ob ein Land von einer klugen, aufs Gemeinwohl bedachten Regierung geführt wird oder nicht.
So erklärt sich dann auch der Wandel vieler einstiger Entwicklungsländer zu Schwellenländern und Industrienationen. In China zum Beispiel lag der Schlüssel zum Erfolg in der Abkehr von der kommunistischen Planwirtschaft und der Hinwendung zur Marktwirtschaft.
Dieser entscheidende Schritt wurde durch weitere sinnvolle Maßnahmen begleitet. Man bekämpfte die Korruption und Vetternwirtschaft, trieb die Demokratisierung voran, reformierte Gesetze und kürzte Subventionen. Sicher hat auch die Öffnung des Landes zur übrigen Welt Wachstumskräfte freigesetzt. Aber ein normaler Welthandel ohne globalen Zollabbau hätte gleichsam positive Auswirkungen gezeigt.

 

Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer:
Ein hoher Preis: Die Ausbeutung der Billiglöhner!

Die Globalisierung hat also bestenfalls den Aufstieg einiger Entwicklungsländer beschleunigt. China etwa verzeichnete seit 1980 ein jährliches Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 10 %. Durchaus möglich, dass bei einem gesitteten Welthandel (mit angemessenen Zollgrenzen) nur 8 % herausgekommen wären. Vielleicht wäre dadurch aber auch so manches Elend bzw. manche Fehlentwicklung vermieden worden. In Bangladesch zum Beispiel arbeiten auch heute, also etwa 40 Jahre nach Einleitung der Globalisierung, Fabrikarbeiter für einen Stundenlohn von etwa 0,20 Euro. Diese ausgebeuteten Menschen kennen so gut wie keine Arbeitnehmerrechte und keine soziale Absicherung (Arbeitsunfall, Krankheit, Rente) und hausen in erbärmlichsten Unterkünften. Darf man solche Menschen als Gewinner der Globalisierung bezeichnen, weil sie für uns die Luxusklamotten herstellen dürfen? Haben die meisten Bengalen vor 40 Jahren nicht doch besser gelebt?

 

Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer:
Die Vorteile des Freihandels

Verlegen Hersteller ihre Fabriken ins Billiglohnland, so tun sie dies bestimmt nicht aus Nächstenliebe oder um unterentwickelten Staaten zu helfen. Ihnen geht es allein um die Gewinnmaximierung! Sie wissen: Eine Bluse, die in Deutschland für 20 Euro hergestellt werden kann, könnte in Fernost für fünf Euro angefertigt werden. Der Vorteil entsteht, weil man die niedrigen Gestehungskosten zumindest bei Markenartikeln kaum an die Verbraucher weitergeben muss. Die Bluse wird nach wie vor in den Läden der Hochpreisländer für 50 Euro verhökert - die Gewinnmarge vervielfacht sich, auch wenn hohe Zusatzkosten (Transport, lange Lieferzeiten, ständige Qualitätskontrollen vor Ort, Rechtsstreitigkeiten, Abwehr der Markenpiraterie usw.) einen Teil der Zusatzgewinne wieder aufzehren. Die internationale Arbeitsteilung belastet die Produktivität also zusätzlich wegen der langen Transportwege, der Sprachbarrieren, der Korruption und der unsicheren Rechtslagen - nur wegen der abnormen Lohn- und Steuerunterschiede rechnet sich dieser erhebliche Mehraufwand trotzdem.

Meinten die Global Player es ehrlich, hätten sie von vornherein bei ihren asiatischen Zulieferern auf eine faire Entlohnung der Mitarbeiter bestanden. Sie hätten also in Bangladesch den Näherinnen mindestens einen Stundenlohn von zwei Euro zugestanden - statt der erbärmlichen 20 Cent, wie sie noch heute üblich sind. Aber bei einer humaneren Entlohnung würden die Herstellungskosten natürlich steigen, die Profite schrumpfen. Manche Auslagerungen würden sich womöglich kaum noch lohnen, weil ja schließlich auch noch Transportkosten und höhere Aufwendungen für die Qualitätskontrolle anfallen. Schade, dass seriöse Marken nicht von sich aus eine faire Entlohnung der Fabrikarbeiter im fernen Ausland garantieren und dies mit einem Label zertifizieren. Schade auch, dass westliche "soziale" Regierungen keinerlei Anstalten machen, entsprechende Gesetze zu verabschieden. Lieber verschwenden sie zigmilliarden Euro jährlich für ineffektive Entwicklungshilfen, Schuldenerlasse und die Integration von Armutsflüchtlingen, als auf die Einhaltung eines fairen Mindestlohnes bei importierten Waren und Dienstleistungen zu bestehen. Nach dem Willen der mächtigen Globalisierungslobby darf es eben keine Gesetzesänderung geben. Die seit Ende der 1970er Jahre bestehenden Verhältnisse (weitgehende Zollfreiheit) sind für ihr Geschäftsmodell einfach perfekt.

 

Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer:
Der produktive Fortschritt wird ignoriert!

Bei allen mir bekannten Betrachtungen über den Aufstieg der Entwicklungsländer wird ein ganz wesentlicher Faktor übersehen: Die gewaltige Kraft des produktiven Fortschritts! Und dieser produktive Fortschritt ist nicht an die Globalisierung gebunden oder gekoppelt. Das Wissen der Menschen steigt unaufhörlich und selbstverständlich kommen diese Erkenntnisse automatisch der Menschheit zugute.
Vor 150 Jahren musste in Deutschland noch jeder zweite Erwerbstätige in der Landwirtschaft arbeiten, um die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Heute liegt dieser Beschäftigungsanteil bei etwa einem Prozent.
Genauso rasant revolutionierten sich viele andere Produktionsbereiche. Die Größe und damit auch der Arbeitsaufwand für die Herstellung eines Computers zum Beispiel schrumpfte auf ein Minimum. Die ersten Hochleistungscomputer mussten in großen Sälen aufgestellt werden, heute lässt sich ein Notebook trotz tausendfach höherer Leistung in der Aktentasche verstauen.
Ergo: Das Wohlstandswachstum vieler Entwicklungsländer beruht zum einen Teil auf Regierungsreformen (Bekämpfung der Korruption, Stabilisierung der Marktwirtschaft, Verbesserung der Bildung und Infrastrukturen, Rechtssicherheit für in- und ausländische Investoren, sozialstaatlicher Aufbau, Streichung von Privilegien usw.), zum anderen Teil aber auf dem technologischen Fortschritt.

 

Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer:
Einem Großteil der Menschheit geht es heute schlechter als vor 40 Jahren!

Das Durchschnittseinkommen ist in den meisten Industriestaaten aufgrund der Globalisierung in den letzten 40 Jahren gesunken. Und einem Großteil der Entwicklungsländer geht es heute noch genauso dreckig wie vor vier Jahrzehnten. Das liegt meistens daran, dass in diesen Ländern die alten korrupten Herrschaftsstrukturen nicht beseitigt wurden und dort noch immer Familienclans das Sagen haben, die kaum an der Verbesserung der Zustände (am Abbau ihrer Privilegien) interessiert sind. Die Globalisierung (der Zollabbau) konnte also lediglich bei reformwilligen Regierungen etwas ausrichten und hat dort bestenfalls das Wirtschaftswachstum minimal beflügelt - wobei dieses Plus aber mit der Ausbeutung von zigmillionen Arbeitssklaven erkauft wurde.

 

Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer:
Wie würden die einstigen Entwicklungsländer ohne Globalisierung dastehen?

Hätte es die Globalisierung (den Zollabbau) nicht gegeben, hätten sich viele Entwicklungsländer womöglich besser entwickelt! Der Wohlstand in den Industriestaaten hätte sich ohne Globalisierungseinflüsse (ohne Zollabbau) aber nahezu verdoppelt! Selbst wenn ein Teil dieses Wachstums in eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung geflossen wäre (Verkürzung der Regelarbeitszeit auf 30 Wochenstunden), hätten Deutsche, Franzosen, Engländer, Amerikaner, Japaner usw. heute etwa ein um 50 Prozent höheres Nettoeinkommen und die meisten Industriestaaten keinerlei Staatsschulden. Aus dieser starken Position heraus wäre es ein Leichtes gewesen, die Entwicklungshilfen an reformwillige Länder heraufzusetzen und strategisch wirksame Gesamtkonzepte zu erstellen. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies den meisten Entwicklungsländern besser bekommen wäre als das globale Lohndumpingsystem.

 

Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer:
Woran scheitert Afrika?

Trotz mancher Erfolge in den letzten Jahrzehnten ist der afrikanische Kontinent noch immer ein großer Krisenherd. Woran aber scheitern so viele afrikanische Staaten?

1. An der Korruption.
Die Korruption und Günstlingswirtschaft scheint mir das Hauptübel der afrikanischen Kulturen. Unfähige Regierungen kleben an der Macht und veruntreuen Staatseinnahmen. Gemäß der afrikanischen Tradition sehen sie es als ihre Pflicht, auch unqualifizierte Freunde und Familienmitglieder im Staatsdienst unterzubringen. So bildet sich ein gigantischer Wasserkopf. Mancherorts gibt es zehnmal mehr "Minister" und Beamte als notwendig.

2. Am ungezügelten Bevölkerungswachstum.
Geburtenregelung ist in weiten Teilen Afrikas verpönt. Die Bevölkerungszahl Afrikas hat sich in den letzten 100 Jahren verachtfacht, für die nächsten 100 Jahre wird eine weitere Vervierfachung erwartet. Dabei können schon heute viele Afrikaner sich nicht einmal selbst ernähren. Im Vertrauen auf Gott und der Hilfe Europas (zwei von drei Afrikanern sehen ihre Zukunft in Europa) wird eine verantwortungsbewusste Familienplanung strikt abgelehnt.

3. An der Mentalität.
Viele Afrikaner fühlen sich Wohl in der ewigen Opferrolle. Nach ihrer Wahrnehmung wird Afrika seit Jahrhunderten ausgebeutet. Erst waren es arabische, später amerikanische Sklavenhändler, dann kam die Kolonialzeit und heute ist es der Kapitalismus der Weißen. Gleichzeitig liegt vielen Afrikanern der Leistungsgedanke fern. Hat der Nachbar mehr als man selbst, so liegt das nicht etwa an seinem Können oder Fleiß - der Nachbar hat offensichtlich bessere Geister oder Hexen. Immer noch werden in Afrika jedes Jahr tausende "Hexen" umgebracht.

4. An der Kriminalität und Gewaltbereitschaft.
Brutale Warlords lassen den schwarzen Kontinent nicht zur Ruhe kommen. Allein im Kongo bekriegen sich 70 verschiedene Rebellengruppen. Viele Staaten sind zu schwach, um die grassierende Gewalt und Gesetzlosigkeit einzudämmen.

5. Die Zollfreiheit ruiniert heimische Wirtschaftszweige.
Asiatische Billigtextilien überschwemmen den afrikanischen Markt und ruinieren ortsansässige Fabrikanten und Schneider. Importierte Nahrungsmittel machen inländischen Bauern und Viehzüchtern das Leben schwer, subventionierte Baumwolle aus den USA verdrängt die Eigenproduktion, ausländische Trawler (denen großzügig Fangrechte verschachert wurden) machen heimische Fischer brotlos. Afrika müsste sich über Zölle vor den ärgsten Dumpingimporten schützen. Dem steht der globale Freihandelswahn entgegen.

6. Die Eliten kehren nicht zurück.
Auch Afrika hat viele kluge Köpfe, die an den Universitäten (vor allem im Ausland) ausgebildet wurden. Aber dieses wertvolle Humankapital geht dem Kontinent weitgehend verloren, weil Afrika für Eliten nicht sonderlich attraktiv ist und die ausgebildeten Akademiker nur selten in ihre Heimatländer zurückkehren.

7. Der absurde Subventions-Protektionismus ist unfair!
Der ehrliche Zollprotektionismus wird von der Politik und den Medien als Teufelswerk verdammt, der wirklich schändliche Subventionsprotektionismus dagegen als notwendig erachtet. Die Landwirtschaft wird zum Beispiel weltweit jährlich mit ca. 350 Milliarden Euro bezuschusst, was völlig überflüssig und kontraproduktiv ist (es unterwandert sämtliche marktwirtschaftlichen Prinzipien). Unter dieser abstrusen Subventionspolitik leiden auch Entwicklungsländer.

8. Naive Gutmenschen bekräftigen das afrikanische Anspruchsdenken!
Wenn in den westlichen Medien ständig von der Ausbeutung Afrikas die Rede ist, dann muss man sich nicht wundern, wenn immer mehr Afrikaner sich in ihrer Opferrolle bestätigt fühlen. Sie sehen es dann als ihr gutes Recht, nach Europa auszuwandern. Die Medien schüren mit ihren herzzerreißenden Elendsreportagen ein Anspruchsdenken, das dem Aufbau und der Modernisierung Afrikas zuwiderläuft. Der afrikanische Bürger wird de facto aus seiner Verantwortung entlassen - der Westen ist Schuld und soll es richten. Dabei sind die größten Probleme hausgemacht (Bevölkerungsexplosion, Korruption, Zollfreiheit, weitverbreitete Gewaltbereitschaft, mangelndes Unrechtsbewusstsein, religiöser Fanatismus, Schicksalsergebenheit).

 

Afrika könnte es sehr gut gehen!
Afrika profitiert, wie alle unterentwickelten Kontinente und Staaten, in hohem Maße von den bahnbrechenden Erfindungen und wissenschaftlichen Errungenschaften des so oft gescholtenen Westens. In vielen Bereichen können sie Generationen teurer Entwicklungsstufen locker überspringen. Sie brauchen zum Beispiel nicht erst Zigmilliarden Euro in ein stationäres Strom- oder Telefonnetz investieren, sie können gleich hocheffiziente Solaranlagen und vielseitige Smartphones einsetzen. Ihnen stehen nahezu kostenlos die Ergebnisse unserer 200jährigen Forschungen in der Medizin und der Landwirtschaft zur Verfügung usw. usw. - all das wird kaum geachtet. Dabei dürfte allein der steinige Weg vom Telegrafen zum Smartphone einige Billionen Euro verschlungen haben (Investitionen in die Zukunft, die vorrangig die geschmähten westlichen Gesellschaften geschultert haben).
All diese fantastischen, wohlstandsmehrenden Innovationen, von denen längst auch Afrika profitiert, sind dem Westen nicht in den Schoß gefallen. Unsere Vorfahren haben sie unter größten Entbehrungen hart erarbeitet.
Das Leben eines europäischen Arbeiters im 19. Jahrhundert war vermutlich entbehrungsreicher, grausamer und anstrengender als das des so oft bejammerten Durchschnittsafrikaners zur selbigen Zeit. Die Modernisierung Afrikas in den Kolonien (die z. B. Deutschland damals sehr viel Geld und auch Menschenleben gekostet hat) scheiterte einst nicht nur am Widerstand der Bevölkerung und ihren überkommenen Traditionen, sie scheiterte auch an der mangelnden (verhassten) Arbeitsdisziplin.

 

"Wo man geboren wurde, da wird man auch gebraucht!" (russisches Sprichwort)

 

Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer:
Hoffnung für Afrika:
Schuhfabriken in Äthiopien

Gerade sah ich eine interessante Fernsehdokumentation über die positive Entwicklung in Äthiopien (hat etwa genauso viele Einwohner wie Deutschland). Dieses Land hat die Zeichen der Zeit erkannt und investiert in Bildung, Straßenbau, Rechtssicherheit, Bekämpfung der Korruption usw. - mit starker chinesischer Unterstützung.
Auch deutsche Schuhfabrikanten haben dieses Land inzwischen für sich entdeckt und bauen dort neue Fabriken. Im Gegensatz zu Bangladesch sind die Arbeitsbedingungen dort human und entsprechen dem europäischen Niveau (40-Stunden-Woche). Leider aber hapert es an der Bezahlung - es werden nur 12 Cent die Stunde gezahlt (20 Euro im Monat)! Warum so knauserig? Warum muss ein renommierter Global Player die Not der anderen derart ausnutzen und nur den "ortsüblichen" Satz zahlen?
Übrigens zeigt sich auch an diesem Beispiel wieder die Schattenseite der Globalisierung: Dem Aufbau der Schuhfabriken in Äthiopien folgte die Schließung der Werke in Portugal.

Portugal kann bei Stundenlöhnen von 12 Cent natürlich nicht mithalten. Das Land befindet sich gerade wegen dieser Praktiken in großen Schwierigkeiten und muss wahrscheinlich auch mit deutschen Steuergeldern bzw. mit subventionierten Krediten (Staatsanleihen) gerettet werden. Am Ende unterstützen wir mit unseren Abgaben das globale Lohndumpingsystem, das auch auf unsere Arbeitseinkommen extrem negative Auswirkungen hat, dennoch aber die Preise für viele Importwaren kaum senkt (sondern vor allem die Renditen der Global Player erhöht).
Nur am Rande: Auch Äthiopien verdankt seinen Erfolg einer großen Portion Protektionismus. Die Regierung verbot kurzerhand die Ausfuhr der begehrten Leder-Rohware, gleichzeitig verlangt sie von ausländischen Investoren, ausschließlich für den Export zu produzieren (um die traditionelle inländische Schuhproduktion am Leben zu erhalten).

 

Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer:
Auch die Entwicklungsländer leiden unter dem Weltfinanzsystem!

Die Globalisierung (der Zollabbau) führte zur globalen Verzahnung und Deregulierung der Finanzmärkte. Die Banken und vor allem die Schattenbanken sind heute weitgehend unkontrollierbar und damit auch unbeherrschbar. Unter diesen Missständen leiden natürlich auch die Entwicklungsländer, der ständig drohende Zusammenbruch des Weltfinanzsystems belastet auch ihre Volkswirtschaften.
Was aber, wenn es tatsächlich zur Katastrophe kommt? Was passiert, wenn das amoralische Prinzip der künstlichen Geldvermehrung durch die Zentralbanken kollabiert und die Billigzinspolitik scheitert? Als es noch den Goldstandard gab (bis 1971), konnte man seine Dollars in Gold umtauschen (für 35 Dollar pro Unze). Heute aber gilt diese Garantie nicht mehr, deshalb kann die Geldmenge ins Uferlose steigen. Der Wert des Geldes beruht heute nur noch auf dem Vertrauen - es gibt keine Deckung mehr.

 

Venezuela - wie die Globalisierung ein Land ruinierte.

Getreu der hochgehandelten Heilslehren der volkswirtschaftlichen Urgesteine Adam Smith und David Ricardo baute Venezuele ganz auf die Globalisierung. Man folgte der empfohlenen Doktrin, hauptsächlich das herzustellen, was man international am besten vermarkten konnte. Die venezulanische Wirtschaft konzentrierte sich infolgedessen auf den Export von Öl (das südamerikanische Land hat weltweit die größten Ölvorkommen). Als Ausgleich zum gewaltigen Ölexport wurden am Ende etwa 90 % der Verbrauchsgüter und Lebensmittel importiert.
Und nun? Der Ölpreis hat sich in den letzten Jahren halbiert, die Förderanlagen und Raffinerien sind veraltet und verkommen. Ingenieure und die Eliten haben ihr Heimatland wegen der Misswirtschaft und der Korruption verlassen. Die verbleibende Bevölkerung hungert (die Landwirtschaft liegt darnieder), bezahlte Arbeit gibt es so gut wie nirgends. Hätte Venezuela von vornherein seine Unternehmer und die Landwirtschaft über hohe Importzölle geschützt, wäre es zum modernen Industriestaat aufgestiegen. Nun aber herrscht dort das absolute Chaos (Hunger, Elend, Hyperinflation, Massenflucht). Selbst die Milliardengewinne aus dem Erdölexport können die Misere nicht mehr abwenden.
Dabei sind Bodenschätze doch eigentlich ein Gottesgeschenk, sie sind gigantischen Entwicklungshilfen gleichzusetzen. Man stelle sich das einmal vor: Hunderte oder gar tausende Milliarden Euro an Erdöleinnahmen sind verpufft, wurden für den importierten Wohlstand verbraten und haben sich in Luft aufgelöst. Im zerstörten Deutschland hat nach dem Krieg eine vergleichsweise niedrige Summe an Krediten (Marschallplan) ausgereicht, um ein lang anhaltendes Wirtschaftswunder auszulösen.
Was lehrt uns das alles? Auch noch so hohe Entwicklungshilfen bringen nichts, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. So wie Venezuela haben auch zahlreiche andere Staaten ihre üppigen Bodenschätze nicht für den Aufbau ihres Landes genutzt. Hätte es dort überall hohe Einfuhrzölle gegeben, sähe die Welt heute anders aus.

 

Der obige Text wurde auch ins Englische übersetzt: The impact of globalization on developing countries

 

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© Manfred Julius Müller (unabhängiger, parteiloser Wirtschaftsanalyst und Zukunftsforscher).

Manfred J. Müller analysiert seit 40 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er gilt als wegweisender Vordenker. So forderte er zum Beispiel schon vor 20 Jahren eine Art Lieferkettengesetz, das Hersteller und Händler verpflichtet, nur fair entlohnte und produzierte Waren nach Deutschland einzuführen (wurde endlich im Mai 2021 Gesetz). Außerdem empfahl er schon ewig eine Mindestgewinnsteuer für Großunternehmen auf im Inland angefallene Umsätze (Joe Bidens Vorschlag von einer globalen Mindestertragssteuer im Frühjahr 2021 zielt zwar endlich in die gleiche Richtung, ist aber viel zu lahm und wird sich international kaum umsetzen lassen). Seit drei Jahrzehnten kämpft Manfred J. Müller auch für seine Idee einer Lohnkostenreform (schrittweiser Abbau der Sozialversicherungsbeiträge bei einer Gegenfinanzierung über Mehrwertsteuern und Zölle).



Was läuft schief in Deutschland?

• Der technologische und wissenschaftliche Fortschritt erhöht beständig die Produktivität,


• die Digitalisierung reduziert noch zusätzlich den Arbeitsaufwand erheblich,

• die permanente Leistungsverdichtung lässt die Menschen bis zur Erschöpfung arbeiten (holt alles aus ihnen heraus),

• die hohe Zuwanderung (durchschnittlich eine Million Menschen jährlich) soll ebenfalls unseren Wohlstand befördern,

• die Europäische EU und der Euro werden als große, wohlstandsfördernde Errungenschaften gefeiert,

• die Zollfreiheit und die daraus resultierende "internationale Arbeitsteilung" gelten als absoluter Schlüssel zum Glück.

Und trotzdem …

• Und trotzdem sinken seit 1980 in Deutschland die realen Nettolöhne und Renten,


• und trotzdem haben sich die offiziellen Arbeitslosenzahlen seit 1962 verzwanzigfacht und sich die viel gewichtigere verdeckte Massenarbeitslosigkeit sogar verhundertfacht,

• und trotzdem bedarf es seit gut zehn Jahren einer
windigen Nullzinspolitik (die Sparer werden dabei schleichend enteignet), um die Staatsschulden im Zaum zu halten.

 

Also was stimmt da nicht?
Kann es sein, dass unsere angeblich so kompetenten "Volksvertreter" gar nicht so kompetent sind? Kann es sein, dass Politiker allzuoft von falschen Expertenteams beraten werden? Kann es sein, dass so manche Koryphäen, Wirtschafts-Nobelpreisträger usw. ihre Fähnchen nach dem Wind hängen, insgeheim starke Lobbyinteressen vertreten (um nicht in Ungnade zu fallen) oder ganz einfach selbst schon lange den Überblick verloren haben, sich also nur noch in ihrem eng begrenzten Fachgebiet auskennen?

Ist es ketzerisch oder ungehörig, derlei Fragen aufzuwerfen?
Vor 500 Jahren, zu Martin Luthers Zeiten, wurden unliebsame Aufklärer einfach mit einem Bann belegt und für vogelfrei erklärt (zum Abschuss freigegeben). Heute, in Zeiten der Meinungsfreiheit, bedient man sich weit wirksamerer Methoden. Man ignoriert einfach die unbequemen Störenfriede, diffamiert sie als Unbelehrbare oder Weltverschwörer, nutzt das geheiligte Staatsfernsehen zur Verspottung oder Beschimpfung Andersdenkender und zur Festigung der herangezüchteten Mainstream-Legenden ("Ohne Euro, EU, Globalisierung, Zuwanderung usw. würden wir binnen Kurzem untergehen".).

Ist es wirklich unehrenhaft und unschicklich, dem von der Obrigkeit geprägten Meinungsbild offen zu widersprechen?
Darf es in einer Demokratie keine echte Gegenrede mehr geben (zumindest nicht in den relevanten Schicksalsfragen)? -
Streitschriften gegen gezielt gestreute Vorurteile und Irrlehren:
Die Bücher von Manfred Julius Müller …



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